REPROGRAMMING
ALTE MÜNZE

So flexibel wie möglich, so konkret wie nötig!

Nach mehreren Veräußerungsversuchen und Jahren der Zwischennutzung beschloss das Abgeordnetenhaus 2018, die ehemalige Münzprägeanstalt im Zentrum Berlins dauerhaft als Kultur- und Kreativstandort zu sichern. Der Gebäudekomplex bietet die große Chance, einen einzigartigen Kulturort zu Entwickeln und erfüllt aufgrund seiner baulichen Besonderheiten wichtige Anforderungen an einen Standort der Produktion und Präsentation von Musik. Für die Sanierung und Erweiterung der denkmalgeschützten Gebäude wurde ein Budget in Höhe von 35 Millionen Euro aus den Mitteln des Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Errichtung eines Nachhaltigkeitsfonds (SIWANA) zur Verfügung gestellt. Der Beschluss bildete den Ausgangspunkt für ein Beteiligungsverfahren, das sich von Februar bis Juni 2019 mit der Entwicklung eines Nutzungskonzepts für die Alte Münze auseinandersetzte.

Im Rahmen von vier Workshops und drei öffentlichen Foren erarbeitete eine Gruppe von 40 Teilnehmer*innen sechs Empfehlungen. Die Charta formuliert übergeordnete Werte und Aufgaben und bildet einen Ausgangspunkt für die Satzung einer zukünftigen Trägerstruktur. Das Nutzungsprofil definiert die Alte Münze als einen dynamischen und urbanen Ort, an dem sich Produktion, Organisation und Präsentation von Kunst- und Kultur verbinden. Die Raumtalente zeigen auf, für welche Nutzungen sich die unterschiedlichen Gebäudeteile und Räume in der Alten Münze eignen. Gemeinsam mit dem Nutzungsprofil bildeten sie die Grundlage für die Erarbeitung des Nutzungskonzepts, auf dessen Grundlage die Bedarfsplanung für die Sanierung erfolgen kann. Der Entwurf einer Betriebs- und Organisationsstruktur formuliert das Ziel eines nutzer*innengetragenen Betriebs der Alten Münze. Im Fokus steht die langfristige Sicherung einer kulturellen Nutzung unter einer gemeinwohlorientierten Trägerstruktur. Unter dem Thema Finanzierung fordert die Gruppe die Realisierung einer kulturverträglichen Durchschnittsmiete. Zudem entstanden konkrete Vorschläge, wie auch das weitere Verfahren partizipativ gestaltet werden kann. Bis 2026 soll das neue Nutzungskonzept umgesetzt werden. Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens haben dafür eine wichtige Grundlage geschaffen.

Urban Catalyst konzipierte und moderierte gemeinsam mit anschlaege.de das Verfahren.

Info

ORT Berlin, Mitte
Auftraggeber Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berliner Immobiliengesellschaft GmbH (BIM)
Projektpartner anschlaege.de, Berlin
ProjektTEAM Prof. Klaus Overmeyer, Dr. Cordelia Polinna, Philip Schläger, Sarah Oßwald, Lisa Gawlick, Julia Klink, Christine Bock, Luca Mulé, Gian Marco Morini
Zeitraum 10/2018 – 10/2019

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